Die Produktionssystemplanung bestimmt die Layoutplanung

Quelle: BigBlueStudio – stock.adobe.com, Bearbeitung: Fraunhofer IPA

Die Produktionssystemplanung bestimmt die Layoutplanung

Wer eine Fabrik plant, möchte schnell ganzheitliche Entwürfe sehen. Doch bevor die ersten Layoutskizzen ganzheitliche Flächenbetrachtungen vorspiegeln, muss ein layout- und flächenmeidender Blick auf die Produktions- und Logistikstrukturen der zukünftigen Fabrik geworfen werden. Der Grundsatz »Von innen nach außen« ist der beste Planungsweg.

Veröffentlicht am 19.02.2026

Lesezeit ca. 4 Minuten

Von Hans Reinerth

In der Fabrikplanungsmethodik des Fraunhofer IPA (siehe Abbildung 1) stellt die Produktionssystemplanung eine Abweichung von der VDI-Richtlinie 5200 »Fabrikplanung« dar. Die explizite Betonung der Produktionssystemplanung als eigenständige Phase, unterstreicht ihre Bedeutung für den späteren Erfolg der zu planenden Fabrik und die Produktionsoptimierung erfährt so mehr Relevanz und Aufmerksamkeit.

Fabrikplanungsmethodik des Fraunhofer IPA
Abbildung 1: Fabrikplanungsmethodik des Fraunhofer IPA (Quelle: Fraunhofer IPA)

Warum ist das so wichtig? Weil es keinen besseren Zeitpunkt für eine signifikante Verbesserung von Produktionsabläufen und Logistikkonzepten geben kann!

Die projektorientierte Zusammenarbeit von strategischen Entscheidern, fertigungstechnischen Hauptverantwortlichen sowie externen Planungsexperten bildet die grundlegende Voraussetzung, um den produkt- und technologiebezogenen Optimierungsgedanken zu priorisieren und konsequent umzusetzen.

Inhaltlich gewährleistet die ganzheitliche Betrachtung der drei Schwerpunkte »Produkt – Technologie – Prozess« die Identifikation zukunftssichernder Verbesserungspotenziale (siehe Abbildung 2), deren Ausarbeitung Kernaufgabe der Produktionssystemplanung ist.

Produkt - Technologie - Prozess
Abbildung 2: Themenschwerpunkte in der Produktionssystemplanung (Quelle: Fraunhofer IPA)

Nachfolgend verdeutlichen beispielhafte Fragen die Inhalte dieses Arbeitspakets:

  1. Sind Veränderungen im Produktportfolio notwendig?
  2. Welche Kernkomponenzen entscheiden über den Erfolg?
  3. Können neue Technologien uns voranbringen?
  4. Wie viel Veränderungen wollen und können wir überhaupt umsetzen?
  5. Wie sieht unsere zukünftige Ablauflandkarte aus?
  6. Welche Auswirkungen hat das auf die Logistik?

Basierend auf den Ergebnissen dieser ganzheitlichen Betrachtung und der komplexen Antworten auf diese sechs und weitere Fragen können Produktion und Logistik entsprechend dimensioniert werden. (siehe Abbildung 3):

Vorgehensweise in der Produktionssystemplanung
Abbildung 3: Vorgehensweise in der Produktionssystemplanung (Quelle: Fraunhofer IPA)

Die zu diesem frühen Zeitpunkt systematisch ausgearbeiteten Lösungen der Produktionssystemplanung gewährleisten eine Eingrenzung der zumeist komplexen Planungsoptionen der Konzeptphase bei gleichzeitig steigender Detailierungstiefe und wirken sich entsprechend zeitverkürzend auf die Projektlaufzeit aus.

Ihr Nutzen: Technologietransparenz, Produktivitätssteigerung, Komplexitätsreduktion

Für Planungsverantwortliche im Unternehmen bringt der methodische Ansatz des Fraunhofer IPA drei entscheidende Vorteile:

  • Technologietransparenz: Sie und Ihr Team wissen genau, welche Technologien sie mittelfristig im Einsatz haben werden.
  • Produktivitätssteigerung: Die Priorisierung der Technologiethemen zielt auf eine signifikante Steigerung von Effizienz und Produktivität.
  • Komplexitätsreduktion: Die zukünftige Fabrik ist ein Puzzle aus klar strukturierten Bereichen aus Produktion und Logistik.

Fazit

Die Ergebnisse der dritten Phase der Fabrikplanungsmethodik des Fraunhofer IPA – also der Produktionssystemplanung – beschreiben die Shopfloor-Konstellation der zukünftigen Produktion und Logistikbereiche und öffnen die Tür zu einer kreativen Planungsphase.

Wer Klarheit in den entscheidenden Planungsfragen gewährleistet, stellt sicher, dass jede Investition in Gebäude, Maschinen und Prozesse konstruktiv und detailliert ausgearbeitet wird und langfristig zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Serie »Von der Idee zum Fabrikkonzept«

In mehreren Serien von interaktiv-Beiträgen gibt das Forschungsteam Fabrikplanung und Wertstromdesign Einblicke in verschiedene Themenschwerpunkte. Erschienen ist in dieser Serie bereits:

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Hans Reinerth

Mitarbeiter im Forschungsteam Fabrikplanung und Wertstromdesign
Telefon: +49 711 970-1981