StationConnector wird marktreif

StationConnector

Quelle: Fraunhofer IPA/Foto: Rainer Bez

StationConnector wird marktreif

Daten sind die Währung der Zukunft. Aber wie gewinnt ein Unternehmen die zahllosen Daten aus seinem Maschinenpark, um die Produktion zu modernisieren? Eine innovative Software hilft: Sie liest die gewünschten Daten aus und stellt sie beliebigen Anwendungen zur Verfügung. Das große Plus: Sie ist besonders flexibel und benutzerfreundlich.

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Unternehmen, die ihre Produktion modernisieren wollen, müssen mit Daten hantieren – je mehr oder besser sie sind, desto größer sind die Potenziale auf neue Anwendungen. Wer eine automatisierte Qualitätskontrolle braucht, Künstliche Intelligenz implementieren will oder aus der Distanz verfolgen möchte, ob seine Maschinen einwandfrei arbeiten, muss die Daten der Geräte abgreifen und verarbeiten. Auch der Einstieg in Industrie 4.0, das große Ziel jeder Fabrikation, ist ohne Datenaustausch undenkbar. Doch ein Maschinenpark besteht meist aus Geräten mehrerer Generationen. Und diese arbeiten mit unterschiedlichen Protokollen und Steuerungen. Um ihre Daten auszulesen und zentral zu nutzen, ist bisher meist ein sehr hoher Aufwand notwendig.

Auch bei der Nutzung der Daten klemmt es oft: Denn jede Anwendung benötigt eine andere Auslesegeschwindigkeit. So ist Maschinelles Lernen auf eine hohe Datenrate angewiesen, Monitoring dagegen kommt mit einer geringen Rate aus. Vor allem aber können viele Unternehmen noch gar nicht entscheiden, auf welche Art sie modernisieren werden. Sie wissen also nicht, welche Daten sie künftig in welcher Form benötigen.

Daten auslesen und bereitstellen

Experten des Fraunhoferr IPA haben eine Software entwickelt, mit der weder das Auslesen noch das Nutzen der Daten problematisch ist. Der »StationConnector« kommt mit fast allen Maschinen zurecht, kann deren Daten auslesen und diese für weitere Anwendungen zur Verfügung stellen.

»Egal, was die Zukunft bringt – mit dem StationConnector ist man gerüstet«, sagt Marcus Defranceski, der verantwortliche IPA-Informatiker.

So kann ein Unternehmen harmonisch wachsen, ohne sich zu früh festlegen zu müssen. Und die Software ist sehr kundenfreundlich. »Man braucht keine tiefgreifenden Informatikkenntnisse, um damit umzugehen«, beruhigt Defranceski. Bei der Installation müssen die Maschinen nicht einmal abgestellt werden. Und die Konfiguration kann der Kunde selbst vornehmen. Er bestimmt, welche Daten von welchen Maschinen mit welcher Frequenz bereitgestellt werden sollen.

Informationen über den Maschinenzustand

Die Software läuft auf beliebigen Geräten – auf einem PC, einem Smartphone oder vernetzt in einer Cloud. Die ausgelesenen Daten lassen sich graphisch sichtbar machen, um rasch einen ersten visuellen Eindruck zu bekommen. Und das Programm ist in der Lage, kritische Maschinen-zustände zu definieren, die ein Eingreifen erfordern. Wenn etwa Überhitzung droht, liefert der StationConnector nicht nur einen Fehlercode, sondern gibt umfangreiche Informationen über den Zustand der Maschine. So weiß der Operator sofort, was zu tun ist.

IPA-Forscher gründen Start-up

Anfang nächsten Jahres geht die IPA-Innovation den nächsten Schritt: Die drei Informatiker aus dem Fraunhofer IPA, die das Programm entwickelt haben, gründen ein eigenes Unternehmen und gehen mit dem StationConnector auf den Markt.

Ihr Ansprechpartner

Marcus Defranceski

Leiter der Gruppe Reinheitsspezifische Automatisierungssysteme
Telefon: +49 711 970-1033