Meldungen Q4/2025: Drei neue Forschungszentren und ein Aufruf

Übergabe Förderschecks Stuttgart Climate Tech Hub

Übergabe des Förderschecks für den Stuttgart Climate Tech Hub im Landtag Baden-Württemberg: (v.l.n.r.) Daniel Stetter (Fraunhofer IAO), die beiden Landtagsabgeordneten Albrecht Schütte und Winfried Mack, Professorin Katharina Hölzle (Institutsleiterin Fraunhofer IAO), Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Professor Thomas Bauernhansl (Institutsleiter Fraunhofer IPA), Steffen Braun (stv. Institutsleiter Fraunhofer IAO), Kai Kohler (Fraunhofer IPA). (Quelle: Fraunhofer IAO / Foto: Ludmilla Parsyak)

Meldungen Q4/2025: Drei neue Forschungszentren und ein Aufruf

Gesammelte Meldungen für den schnellen Überblick: Das Fraunhofer IPA ist an drei neuen Forschungszentren beteiligt, die im Herbst und Winter 2025 eröffnet worden sind. Außerdem wird im Frühling 2026 wieder der Stuttgarter Oberflächentechnik-Preis »DIE OBERFLÄCHE« verliehen. Die Bewerbungsphase läuft.

Veröffentlicht am 27.01.2026

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Stuttgarter Oberflächentechnik-Preis: Bewerbung noch bis 20. Februar möglich

Die Bewerbungsfrist für den Stuttgarter Oberflächentechnik-Preis »DIE OBERFLÄCHE« endet am 20. Februar 2026. Bis dahin sind sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen aus allen Teilbereichen der Oberflächentechnik aufgerufen, ihre Produkt- oder Prozessinnovationen einzusenden. Eine dreiköpfige Fachjury prüft alle Einsendungen auf Nachhaltigkeit, Innovationsgrad, Tragweite der Technologie und industrielle Umsetzbarkeit. Die Sieger werden am 5. Mai 2026 auf der Messe Surface Technology Germany in Stuttgart gekürt. Alle nötigen Dokumente für die Bewerbung sowie weitere Informationen stehen auf der Website des Fraunhofer IPA bereit.

Der Stuttgarter Oberflächentechnik-Preis DIE OBERFLÄCHE wird alle zwei Jahre vergeben. 2024 entschied die Firma Holzapfel Metallveredelung den Wettbewerb für sich. Das Unternehmen aus dem mittelhessischen Sinn überzeugte die Jury mit einem dreh- und kippbaren Galvanikgestell.

Trophäen Stuttgarter Oberflächentechnik Preis 2026
Die Auszeichnung »DIE OBERFLÄCHE« prämiert innovative Anwendungen und Technologien innerhalb aller Disziplinen der Oberflächentechnik. (Quelle: Fraunhofer IPA / Foto: Rainer Bez)

Startschuss für den Stuttgart Climate Tech Hub

Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, hat am 11. Dezember 2025 den Förderbescheid für den Stuttgart Climate Tech Hub (S-CTH) übergeben. Der S-CTH ist eine offene Innovationsplattform mit modularen Laboren, Pilotanlagen und Demonstratoren, die Forschung, Praxis und gesellschaftliche Verantwortung verbindet. Unternehmen können Teil des Innovationsnetzwerks werden. Alle fünf in Stuttgart ansässigen Fraunhofer-Institute bündeln darin ihre Kompetenzen.

Das Fraunhofer IPA beteiligt sich an drei Modulen:

  • Das Biotech Lab ist eine Technologieplattform zur stofflichen und energetischen Verwertung von Reststoffen, die auf dem Campus anfallen, seien es Essensreste aus der Kantine, Abwasser oder CO2. Diese Reststoffe bekommen einen Wert, indem ein Forschungsteam daraus Methan und Nährstoffe gewinnt, die es dann in eine neuartige Mikroalgenkultivierung und eine Fassadenbegrünung integriert.
  • Im Vertical Farming Lab untersuchen Forscherinnen und Forscher die Potenziale der Lebensmittelerzeugung in Städten. Kombiniert wird das Vertical Farming Lab mit einem Hydrogen Lab, also einer kompletten Wasserstoff-Infrastruktur zu Energieversorgung. Ein Forschungsteam will so verschiedene Nutzungskonzepte und Betriebsstrategien unter realen Bedingungen testen und vergleichen.
  • Die Daten, die diese und weitere Module des S-CTH produzieren, laufen im Campus Sustainability Nexus Cockpit zusammen. Diese zentrale Datenerfassung ermöglicht es, die Energieflüsse zu untersuchen und digital abzubilden.

Im Zuge des S-CTH sind für 2026 Baumaßnahmen auf dem Fraunhofer-Campus in Stuttgart-Vaihingen geplant. So soll unter anderem das Parkhaus mit einer Photovoltaikanlage überdacht werden. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert den Stuttgart Climate Tech Hub bis Ende 2027 mit über vier Millionen Euro.

Forschungszentrum für Biointelligente Wertschöpfung eröffnet

Der Stuttgarter Technologie- und Innovationscampus (S-TEC) ist um ein Zentrum reicher: Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, eröffnete am 7. Oktober 2025 auf dem Biointelligence Summit das Zentrum für Biointelligente Wertschöpfung, auch »The Biointelligence Engine« genannt. Sie nannte das neue Forschungszentrum bei der Eröffnung »eine zentrale Anlaufstelle für alle Akteure, die sich mit biointelligenten Technologien in Baden-Württemberg beschäftigen«.

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der beiden Stuttgarter Fraunhofer-Institute IPA und IGB sowie von den Universitäten Stuttgart und Hohenheim schafft mit dem Zentrum ein Innovationsökosystem, das zur nachhaltigen Transformation der Industrie beiträgt. Dabei bringt es die biointelligente Wertschöpfung durch die Konvergenz von Bio-, Hard- und Software in die Praxis. Innovative Ideen aus der Forschung werden gemeinsam mit Unternehmen und Start-ups weiterentwickelt und in der Praxis umgesetzt.

»Wir haben dafür ganz unterschiedliche Projektformate entwickelt: Mit sogenannten Quick Checks, Exploring Projects und Feasibility Studies werden wir jedem interessierten Unternehmen das passende Angebot machen können. Mit einem umfassenden Transferprogramm – etwa einer Summer School, Ringvorlesungen, Innovationspraktika, Cluster-Workshop-Reihen, dem Biointelligenz-Kongress sowie weiteren Networking Events – wollen wir außerdem die Biointelligenz in der Ausbildung verankern und zugleich Politik sowie Entscheidungsträger sensibilisieren«, sagt Zentrumsleiter Yannick Baumgarten vom Fraunhofer IPA. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert das Zentrum bis Dezember 2027 mit knapp neun Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Feierliche Eröffnung des Zentrums für Biointelligente Wertschöpfung
Feierliche Eröffnung des Zentrums für Biointelligente Wertschöpfung. Von links: Carmen Gruber-Traub (Fraunhofer IGB), Professor Mario Jekle (Leiter des Fachgebiets für Pflanzliche Lebensmittel an der Universität Hohenheim), Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Professorin Sahar Salehi-Müller (Universität Hohenheim) und Professor Thomas Bauernhansl (Institutsleiter Fraunhofer IPA). (Quelle: Fraunhofer IPA / Foto: Rainer Bez)

Fraunhofer IPA eröffnet Robotik-Außenstelle in Heilbronn

Seit dem 1. Oktober 2025 hat das Fraunhofer IPA einen neuen Standort in den »IPAI Spaces« in Heilbronn mit Demonstratoren zur KI-basierten Robotik. Das Institut ist bereits über die Fraunhofer Heilbronn Forschungs- und Innovationszentren HNFIZ in dem KI-Ökosystem vertreten. Die Mitgliedschaft bei der Innovationsplattform IPAI ist eine wichtige Weichenstellung für das Fraunhofer IPA. »Die jetzt noch tiefere Verankerung des Instituts im Ökosystem Heilbronn stärkt unsere Strategie, gemeinsam mit und für die Industrie KI-basierte Automatisierungslösungen zu entwickeln«, erklärt Geschäftsbereichsleiter Simon Schmidt.

Bereits seit Januar 2025 sind Teams des Forschungsbereichs Automatisierung und Robotik des Fraunhofer IPA in Heilbronn aktiv. Der neue Standort ermöglicht es Unternehmen, Entwicklungen hautnah zu erleben. Für Forschungsbereichsleiter Werner Kraus ist der neue Standort eine entscheidende Erweiterung: »Heilbronn entwickelt sich gerade zum ›Place to be‹ für die Entwicklung von KI in Europa. Umso wichtiger ist es daher, hier von Anfang in Person vor Ort dabei zu sein.«

Die Arbeit konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte: Roboterhände (auch für Humanoide), die durch neue Software flexibler einsetzbar werden, und intelligente mobile Manipulation, die den Aktionsradius von Robotern erweitert.

Innovationspark Künstliche Intelligenz
Der Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) in Heilbronn befähigt Organisationen bei ihrer KI-Transformation. (Quelle: IPAI / Foto: Nico Kurth)

Ihre Ansprechpartner

Karin Röhricht

Mitarbeiterin des Forschungsbereichs Automatisierung und Robotik
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Hannes Weik

Mitarbeiter für Presse- und Online-Kommunikation
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