Quelle: Universität Stuttgart IFF/Fraunhofer IPA, Foto: Rainer Bez, Heike Quosdorf
Realplanung entwickelt Flächenkonzepte aus Lösungsansätzen
Die Gestaltung unterschiedlichster Reallayoutvarianten bildet die kreative Phase der Planung. Fabrikplaner, Architekten, Anlagenlieferanten, Brandschutzverantwortliche und weitere Partner arbeiten eng zusammen. Oft entstehen dabei Ergebnisse, die die mittel- und langfristige Entwicklung eines Unternehmens maßgeblich prägen können.
Veröffentlicht am 28.05.2026
Lesezeit ca. 4 Minuten
Von Hans Reinerth
In der Fabrikplanungsmethodik des Fraunhofer IPA (siehe Abbildung 1) stellt die Realplanung die Phase dar, in der sämtliche Ergebnisse der vorangegangenen Arbeitsschritte zusammengeführt werden. Gleichzeitig ist sie die Phase mit dem höchsten Abstimmungs- und Koordinationsaufwand, inklusive der Entscheidungsfindung bezüglich Umsetzungsvariante.
Die Vielzahl an zu berücksichtigenden Restriktionen führt zu Planungsvarianten unterschiedlichster Ausprägung. Aus diesem Variantenspektrum wird im Rahmen einer systematischen Bewertung (z. B. Nutzwertanalyse) die optimale Umsetzungsvariante ausgewählt. Besonders wertvoll: Die Ausschlusskriterien der verworfenen Varianten fließen als entscheidendes Hintergrundwissen in die Ausarbeitung aller verbleibender Varianten und deren finale Bewertung ein.
Doch welche Abschnitte benötigt ein kreativer Planungsweg, der nicht nur alle Möglichkeiten sichtbar macht, sondern gleichzeitig weitreichende, risikobehaftete Unternehmensentscheidungen absichert?
Die in den vorangegangenen Planungsphasen identifizierten und abgestimmten Restriktionen sowie die alternativen Positionierungsmöglichkeiten entscheidender Produktions- und Logistikbereiche eröffnen einen breiten Raum für unterschiedliche Varianten. Die Auslegung von Flächenarten auf verschiedenen Planungsebenen, die Berücksichtigung der Einflüsse von Anlagen auf Raumdimensionen und -qualitäten sowie die Optionen von Erweiterungsmöglichkeiten bilden dabei die zentralen Bausteine der Variantenausarbeitung. Erst auf dieser Basis kann eine fundierte Variantenbewertung erfolgen.
Der Übergang von der Grundsatzentscheidung hin zur Umsetzung der empfohlenen Reallayoutvariante ist in jedem Unternehmen ein individueller Prozess. Genau in dieser Phase werden die damit verbundenen Kosten erstmals vollständig sichtbar. Dies kann zusätzliche Iterationen in der Planung auslösen und kleinere Zeitverschiebungen verursachen.
Der Nutzen: Kenntnis von Möglichkeiten, Richtungsentscheidung, Transformationsszenarien
Für Planungsverantwortliche im Unternehmen bringt der methodische Ansatz des Fraunhofer IPA drei entscheidende Vorteile:
- Transparenz über den Lösungsraum: Die Planungsverantwortlichen und ihr Team kennen sowohl den aktuellen Unternehmensstand als auch konkrete Variantenoptionen für die mittelfristige Perspektive.
- Klare Richtungsentscheidung: Das ausgewählte Fabrikkonzept dient als belastbare Orientierung für die langfristige Entwicklung eines Unternehmens.
- Motivation im Unternehmen: Mitarbeitende erhalten eine greifbare Perspektive und können sich aktiv und engagiert in die Umsetzung einbringen.
Fazit
Mit dem abgestimmten Fabrikkonzept entsteht mehr als nur ein Plan. Es entsteht Orientierung und Sicherheit für die Zukunft, auch unter Bedingungen, die heute noch nicht vollständig absehbar sind. Wer also Klarheit in den entscheidenden Planungsfragen schafft, erhöht die Wahrscheinlichkeit, langfristig einen stabilen Unternehmenserfolg zu realisieren.
Serie »Von der Idee zum Fabrikkonzept«
In mehreren Serien von interaktiv-Beiträgen gibt das Forschungsteam Fabrikplanung und Wertstromdesign Einblicke in verschiedene Themenschwerpunkte. Erschienen ist in dieser Serie bereits:
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Hans Reinerth
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Marc-André Berchtold
Stv. Forschungsteamleiter Fabrikplanung und Wertstromdesign
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